Warschau 2025 – Begegnungen statt Besichtigungen

Jedes Jahr organisieren wir Ausflüge nach Polen – nicht, um Touristenprogramme abzuspulen, sondern um echte Begegnungen zu ermöglichen. Eingeladen sind alle, die neugierig auf das Land sind, vielleicht zum ersten Mal nach Polen reisen wollen oder einfach Lust haben, einen Ort jenseits der Oberfläche kennenzulernen. Dabei bleibt immer auch Zeit, die Stadt individuell oder gemeinsam zu erkunden.

Vom 12. bis 16. Juni 2025 ging es nach Warschau – ein Ziel, das fest in unserem Jahresplan steht. Wie immer war die Gruppe bewusst klein gehalten, um eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Regionen, darunter auch Mitglieder unseres Vereins – und erfreulicherweise auch mehrere Polinnen und Polen, die ihr Wissen über Land und Leute einbrachten. Ihre Perspektiven und Erfahrungen waren eine zusätzliche Bereicherung für alle.

Ankommen, zuhören, verstehen

Im Institut für öffentliche Angelegenheiten (ISP).

Direkt nach der Ankunft bezogen die meisten Teilnehmenden ihr Hotel unweit unseres ersten Ziels: das Institut für öffentliche Angelegenheiten (ISP). Dort empfing uns Dr. Małgorzata Kropka-Piątek, Direktorin der Abteilung Europa und Migration. Sie gab uns einen fundierten Einblick in die aktuelle politische Lage in Polen nach den letzten Wahlen. Das Gespräch war intensiv, lebendig – und dauerte am Ende deutlich länger als geplant.

Am Abend spazierten wir gemeinsam durch die Altstadt. Für viele war es der erste Eindruck dieser eindrucksvollen Stadt, die Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise miteinander verbindet.

Freitag: Wissen aus erster Hand

Im Gespräch mit Dr. Daniel Lemmen (links).

Der Freitag war dicht gefüllt mit zwei spannenden Begegnungen. Zunächst trafen wir uns um 10 Uhr mit Dr. Daniel Lemmen in der Konrad-Adenauer-Stiftung Warschau. Er berichtete von seinem Weg von der deutschen Westgrenze über Stationen in der Mitte Deutschlands bis nach Warschau – und über seine Aufgaben in der Stiftung. Persönlich, offen, klug.

Mit Dr. Jens Boysen (Universität Civitas / Warschau)

Direkt danach kam Dr. Jens Boysen vom Collegium Civitas (Universität Civitas) hinzu – Historiker mit einem Schwerpunkt auf der polnischen Armee. Mit ihm tauchten wir ein in ein Stück Geschichte, das in Deutschland kaum bekannt ist: von der Armee der Zweiten Republik, über den Verteidigungskampf 1939, den Widerstand im Untergrund, bis hin zur Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und wird in der 82. Folge unserer Podcastreihe Mit Polen auf Du und Du zu hören sein.

Der Tag endete kulinarisch: in einem sehr schönen Restaurant mit angeregten Gesprächen und neuen Eindrücken.

Samstag: Stadt erleben, Menschen treffen

Am Samstagmorgen traf sich eine kleine Runde der GdpN-Sąsiedzi mit einem neuen Mitglied aus einem Warschauer Vorort – ein herzliches Kennenlernen in entspannter Atmosphäre. Danach erkundeten die Teilnehmenden die Stadt individuell oder in kleinen Gruppen. Einige erlebten den Marsz Równości, bei dem die LGBTQ+-Community in Warschau farbenfroh und selbstbewusst präsent war. Auffällig: viele Teilnehmende kamen aus dem Ausland – ein Zeichen internationaler Solidarität.

Andere nutzten den Tag, um sich von Warschaus Gegensätzen inspirieren zu lassen: historische Plätze, moderne Viertel, stillere Ecken abseits der bekannten Routen. Abends fand sich ein Großteil der Gruppe erneut zum gemeinsamen Abendessen zusammen.

Fazit: Ein Wochenende mit Wirkung

Am Sonntagmittag ging es zurück nach Deutschland. Die Rückmeldungen waren eindeutig: Der Ausflug war informativ, abwechslungsreich und menschlich bereichernd. Unser Konzept – Begegnungen statt Besichtigungen – hat sich erneut bewährt.

Und deshalb machen wir genau so weiter.

 

 

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