Wir im Zeichen von Corona

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Auch wir müssen uns der Corona-Situation beugen. Mit Rücksicht auf unsere älteren Mitglieder mussten wir die jährliche Mitgliederversammlung aussetzen. Die nächsten eigentlich geplanten Veranstaltungen müssen wir wahrscheinlich sogar ersatzlos streichen. So lassen wir zunächst einmal die deutsch-polnischen Gespräche in Potsdam im April ausfallen. Sehr wahrscheinlich wird das auch die folgenden Gespräche treffen.

Vielleicht können wir das ein wenig über unseren Podcast ausgleichen. Mal sehen. Im Übrigen haben wir bereits 15 Folgen veröffentlicht. Falls nun mehr freie Zeit haben, dann lohnt es sich ja mal, dort reinzuhören.

Die angedachten Ausflüge nach Stettin und Bydgoszcz werden wohl auch ausfallen. Möglicherweise auch diejenigen, die für Juni angedacht waren, finden nicht statt. Die Zeit ist im Moment noch zu unsicher, um verlässlich planen zu können.

Im Hintergrund versuchen wir jedoch schon die nächsten Veranstaltungen zu organisieren. Darunter sehr herausragende. Aber wer weiß, was Corona zulassen wird.

Wir wünschen allen eine gesunde Zeit und freuen uns auf Ihr Dabeisein und euer Mitmachen!

Christian Schmidt

Deutsch-polnische Gespräche in Potsdam am 5. März

Am 5. März begrüßen wir einen Wanderer zwischen den deutsch-polnischen Welten, der sich der Kunst verschrieben hat. Andreas Visser kam als junger Theaterregisseur 1990 nach einem europäischen Theaterfestival in Deutschland mit einem polnischen Ensemble erstmals nach Polen, verliebte sich in Land und Leute und vor allem in seine Ehefrau, der Schauspielerin und Sängerin Celina Muza. In Gdynia inszenierte er musikalische Stücke über John Lennon und Marlene Dietrich.

2016 schloss er sich dem Berliner Verein Mitte21 – Verein zur Förderung der Völkerverständigung und Demokratie e.V. an, dessen Vorsitzender er seit 2019 ist. Der Verein hat polnische und deutsche Mitglieder aus ganz Deutschland und entstand aus Sorge um die Demokratie in Polen.

Seit 2019 arbeitet er gemeinsam mit dem polnischen Film- und Theaterregisseur Przemysław Wojcieszek am Aufbau eines Polnischen Theaters in Berlin, das zum Ziel hat, neue polnische Theaterliteratur in Deutschland erstaufzuführen, aber gleichzeitig diese Stücke auch in polnischer Fassung in Breslau zeigen wird.

Was er zwischen den Zeiten machte, was ihn antreibt, sich im Verein Mitte 21 zu engagieren und wie er die deutsch-polnische Welt wahrnimmt, über all das werden wir uns unterhalten.

Wir laden herzlich ein, zuzuhören und mitzudiskutieren.

Achtung: Der Veranstaltungsort hat sich (wieder einmal) geändert.

Ort: Augustiner, Mittelstraße 18, (im Holländischen Viertel und in der Nähe des ehemaligen Veranstaltungsortes)

Zeit: 5. März 2020, 19 Uhr

Gespräch mit dem Polenbeauftragten des Landes Brandenburg

Am 3. Februar 2020 waren der Vorsitzende der GdpN-Sąsiedzi, Christian Schmidt, und das Vorstandsmitglied der GdpN-Sąsiedzi, Wilmar Thiemann, zu Gast beim Europastaatsekretär im Brandenburger Finanz- und Europaministerium und Polenbeauftragten Jobst-Hinrich Ubbelohde.

Wir nutzten damit eine kurzfristige Einladung, um unseren Verein und sein Anliegen zur Gestaltung der brandenburgisch-polnischen Nachbarschaft vorzustellen.

Im Gespräch erörterten wir gemeinsam, welche Möglichkeiten sich bieten, um in den unterschiedlichen Bereichen der Landespolitik das Bewusstsein für die Bedeutung Polens als Partner Brandenburgs zu schärfen. Dabei griffen wir zurück auf einen von uns erarbeiten 24 Punkte-Katalog der Möglichkeiten.

Zudem schlugen wir die Einrichtung eines zivilgesellschaftlichen Gremiums vor, das sich den brandenburgisch-polnischen Verhältnisses analysierend und beratend widmet.

Herr Ubbelohde begrüßte unser Engagement und versprach, die von uns angesprochen Punkte auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Wir freuen uns, in Herrn Ubbelohde einen Gesprächspartner im Ministerium gefunden zu haben, für den die Beziehungen zu unserm Nachbarn im Osten einen hohen Stellenwert haben, wie für uns.

Aus der Perspektive unseres Vereins war das Gespräch für unsere Weiterarbeit sehr motivierend.

Christian Schmidt

Deutsch-polnische Gespräche am 13. Februar 2020

Fliegender Holländer

In Berlin eröffnete Ende vergangenen Jahres das Pilecki Institut seine Pforten in Berlin. Es ist dem Rittmeister Witold Pilecki gewidmet, der sich freiwillig in das Konzentrationslager Auschwitz begab, um später von den Geschehnisse zu berichten. Er flüchtete von dort, wurde aber nach dem Krieg hingerichtet. Wir sprechen über seine Geschichte, aber auch über die Aufgaben des Instituts.

Zu Gast zu unseren deutsch-polnischen Gesprächen sind die Direktorin des Berliner Filiale, Hanna Radziejowska und ihr Stellvertreter, Mateusz Fałkowski.

Zeit: 13.02.2020, 19 Uhr

Ort: Restaurant „Zum Fliegenden Holländer“, Benkertstr. 5, Potsdam (im Herzen des Holländerviertels)

Wir laden herzlich ein zum Zuhören und Mitdiskutieren.

Um sich zu kennen, muss man sich begegnen

Ein wichtiges Element der Aktivitäten der GdpN-Sąsiedzi ist die Begegnung zwischen Deutschen und Polen. Dafür organisieren wir z.B. Ausflüge nach Polen, in deren Fokus Gespräche mit Menschen stehen.

In diesem Geiste verwirklichte ich als Vorsitzender der GdpN-Sąsiedzi meinen schon lange gehegten Gedanken, polnische Schülerinnen und Schüler zu besuchen und ihnen die Möglichkeit zu geben, mal einen Deutschen unmittelbar kennenzulernen. Aufgrund persönlicher Kontakte kam die Integrationsgrundschule Nr. 5 (Szkoła Podstawowa Integracyjna Nr. 5, im. Żólnierzy Armii Krajowej, Batalionów „Krawiec“ / NSZ „Mączyński“), imWarschauer Vorort Konstancin-Jeziorna infrage.

Da passt es sehr gut, dass ich in Warschau war und die Schule gerade die Woche der Berufsberatung geplant hatte. Diese konnten wir zum Anlass nehmen, um am 28. Januar 2020 über Berufe in Deutschland, aber auch über das politische System, gesellschaftliches Engagement und die deutsch-polnischen Beziehungen zu reden.

Im Büro des Gesandten nach einem HintergrundgesprächBesonders hilfreich war der gute Kontakt zum Gesandten der Deutschen Botschaft, Knut Abraham. Auch wenn meine Anfrage sehr kurzfristig kam, so unterstützte er das Vorhaben. Zur Veranstaltung begleitete mich dann die Mitarbeiterin der Kulturabteilung der Botschaft, Joanna Janecka.

Gemeinsam gestalteten wir die Veranstaltung so, als hätten wir schon ewig zusammengearbeitet. Eine wirklich tolle Zusammenarbeit! Während ich über meinen Beruf sprach, beantwortete Joanna Janecka Fragen über den diplomatischen Dienst.

Für mich war es eine besondere Herausforderung, da die Veranstaltung in Polnisch lief. Am Ende hat alles ganz gut geklappt.

Wir müssen einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben, denn am Ende wurden die begleitenden Lehrerinnen von Schülern gefragt, ob sie nicht Deutsch lernen könnten.

Die Schule reflektierte unseren Auftritt auch auf ihrer Facebook-Seite, hier in Auszügen dargestellt:

…Außergewöhnliche Gäste im Rahmen der Woche der Berufsberatung. Es besuchten uns: Frau Joanna Janecka von der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft und Herr Christian Schmidt, Kriminalbeamter aus Potsdam und gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e.V. An der Veranstaltung nahmen Schüler der siebten und achten Klassen teil….

Die Schüler stellten unseren Gästen Fragen zu ihren Berufen, den Bildungsgang, deutsch-polnische Zusammenarbeit und auch zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Polen und Deutschland.

Am Schluss der Veranstaltung bedankten sich beide Seiten und tauschten Andenken aus. (Jeder Schüler erhielt ein Andenken von der Deutschen Botschaft). Der Schuldirektor, Herr Artur Krasowki bedankte sich bei den Gästen für die durchgeführte interessante Veranstaltung in der Schule.“ (Agnieszka Halicka)

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei der Deutschen Botschaft, insbesondere bei Knut Abraham und Joanna Janecka. Ebenso bei den Kraftfahrern der Botschaft, die uns zum Ort brachten. Ich bedanke mich aber auch bei Agnieszka Halicka für ihren energievollen Einsatz sowie beim Direktor der Schule, Artur Krasowki, ohne dessen Einverständnis diese Veranstaltung so nicht möglich gewesen wäre.

Nicht zu vergessen geht mein Dank auch an die Schülerinnen und Schüler, die Interesse an dieser Veranstaltung zeigten.

Polen begegnen – gemeinsam feiern

+++(01.02.2020) Alle Tickets für die Lesung und das Buffet sind ausverkauft.. Wer noch Lust auf die polska impreza hat und auf die Lesung bzw. das polnische Buffet verzichten kann, hätte noch die Chance zum ermäßigten Preis von 10 Euro bei polnischer, deutscher und sonstiger Partymusik zu tanzen. Es wird auch polnische Biere geben. Beginn: 21 Uhr.+++

Unter dem Motto „Polen begegnen und gemeinsam feiern“ haben wir, nach langer Zeit mal wieder, einen polnischen Abend in Potsdam organisiert.

Der Schriftsteller Tomasz Różycki aus Opole wird aus seinen Werken auf Polnisch lesen. Natürlich werden die Texte auch auf Deutsch dargeboten.
Ein polnisches Buffet (nur nach Anmeldung und Überweisung des Eintrittspreises bis zum 29.01.2020) folgt. Ohne Buffet kostet der Eintrittspreis 10 Euro.

Nach dem Buffet wird gemeinsam gefeiert bei polnischer, deutscher und anderer Musik.
Die Kapazitäten der Räumlichkeiten sind begrenzt.
Anmeldungen ausschließlich über christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org
Anmeldungen mit Buffet werden erst wirksam nach Überweisung des Preises.

Der Abend wird (finanziell) getragen durch: GdpN-Sąsiedzi e.V., sans titre e.V. sowie BBAG e.V. (inkl. Opole Club) und durch viel ehrenamtliches Engagement.

Deutsch-polnische Gespräche am 9. Januar

Fliegender Holländer

Wir starten mit einem besonders interessanten Gast in die Serie der monatlich stattfindenden deutsch-polnischen Gespräche in Potsdam.

Wir freuen uns auf Wolfgang Templin. Wolfgang Templin war DDR-Oppositioneller, Mitbegründer von Bündnis 90 (später Bündnis 90/Die Grünen), Autor und Publizist. Und er ist bereits seit den 1970er Jahren mit Polen sehr stark verbunden.

Was ihn mit Polen verbindet und wie sich das auf sein Leben ausgewirkt hat und noch auswirkt, darüber reden wir mit Wolfgang Templin.
Wir laden ein zum Zuhören und Mitdiskutieren.

Wann? 09.01.2020, 19 Uhr
Wo? Restaurant „Zum Fliegenden Holländer“, Benkertstr. 5, 14467 Potsdam (im Herzen des Holländerviertels)

Wir bitten darum: Die Platzzahl ist begrenzt. Wer nicht regelmäßig zu den Gesprächen kommt, der möge sich bitte zuvor anmelden, so dass wir versuchen können, einen größeren Raum zu bestellen.

Eine Verbindung zwischen Polen und Deutschen, Geschichte und Gegenwart – GdpN-Sąsiedzi e.V.

Bekanntmachtung des Todesurteils

Die Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e.V. dürfte eine der wenigen deutsch-polnischen Vereine sein, die in Deutschland und Polen Mitglieder haben. Diese strukturelle Vernetzung schafft intensiviere Kontakte, die einen intensiven Austausch zu verschiedensten Anlässen ermöglichen.
Im Schwerpunkt haben wir Mitglieder in und um Poznań, aber auch in Warschau und Breslau.
Der letzte Besuch der Posener Gruppe fand auf dem Spargelhof Klaistow statt. Hier fragte Jarek Stefański den Vorsitzenden der GdpN, ob er ihm nicht helfen kann, mehr über seinen Onkel Hieronim Jędrusiak herauszufinden. Viel war nicht bekannt. Lediglich der Verurteilungsort Zwickau und der Ort der 1942 erfolgten Hinrichtung Dresden.
Die Recherche begann und am Ende konnte mehr über Hieronim herausgefunden werden, als anfänglich zu erwarten war.
Eine spannende Geschichte, wie sich Geschichte und Gegenwart verbinden und gemeinsam die Zukunft geschrieben wird. Eigentlich ein guter Stoff für einen Dokumentarfilm zumal eine hochbetagte Schwester von Hieronim noch lebt.

Die Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden schrieb in einem Artikel darüber wie folgt:

Angehörige des in Dresden hingerichteten Hieronim Jędrusiak besuchen die Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
10.12.19

Als Jarosław Stefanski sich an die Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e.V. wandte, um Näheres über seinen in Dresden hingerichteten Onkel herauszufinden, stellte deren Vorsitzender der den Kontakt zur Gedenkstätte Münchner Platz Dresden her.

Besucher der Gedenkstätte
Angehörige und Freunde des Hingerichteten Hieronim

Am 2. Dezember 2019 war es dann soweit: Gedenkstättenleiterin Birgit Sack durfte Mitglieder der Familie von Hieronim Jędrusiak aus drei Generationen in Dresden begrüßen.

Der junge Pole war im Alter von nur 21 Jahren am 24. August 1942 in Dresden hingerichtet worden. Er gehörte zu einer Gruppe von sieben jungen Männern, die sich im Frühjahr 1940 in Poznań gebildet hatte. Einige, darunter Hieronim Jędrusiak, hatten dasselbe Gymnasium besucht, bevor es von den deutschen Besatzern geschlossen wurde. Für eine überregional wirkende polnische Widerstandsgruppe fertigten die Mitglieder der Gruppe u.a. Skizzen von Gebäuden in der Altstadt von Poznań an, die von der deutschen Wehrmacht genutzt wurden. Bereits im September 1940 wurden die Sieben verhaftet.

Über Haftstationen im Gestapogefängnis Fort VII in Poznań, in Wronki und Berlin-Neukölln kamen die Jugendlichen nach Zwickau. Dort verurteilte das Oberlandesgericht Posen sie im Juli 1942 zum Tode. Zur Urteilsvollstreckung wurde die Gruppe nach Dresden verbracht. Am 24. August 1942 um 20.30 Uhr wurde das Todesurteil im Richthof des Dresdner Landgerichts vollstreckt.
Einem Rundgang am historischen Ort und in der ständigen Ausstellung schloss sich ein Besuch des Neuen Katholischen Friedhofs in Dresden an, wo die sterblichen Überreste der Sieben am 24. August 1942 bestattet wurden. Im Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II. fünf von ihnen in Warschau selig.
Gedenkstein für die SeliggesprochenenAn sie wird in einer Grab- und Gedenkanlage auf dem Friedhof namentlich erinnert. Die Frage der Familie, warum Hieronim Jędrusiak nicht in das Seligsprechungsverfahren einbezogen wurde, konnte Dr. Birgit Sack nicht mit Sicherheit beantworten.

Jarosław Stefanski äußerte den Wunsch, dort eine zusätzliche Gedenktafel mit dem Namen seines Onkels anzubringen. Die Leiterin der Gedenkstätte versprach, sich dafür einzusetzen. Sie freute sich besonders über ein Foto von Hieronim Jędrusiak, das nun Eingang in die ständige Ausstellung finden soll.“ (Die Nutzung des Textes erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden)

Christian Schmidt

Deutsch-polnische Gespräche in Potsdam am 5. Dezember 2019

Fliegender Holländer

Die letzten deutsch-polnischen Gespräche in diesem Jahr stehen wieder im Zeichen der Literatur und der persönlichen Perspektiven auf die eigene Geschichte.
„Kindheit in Deutschland / Kindheit in Polen“ ist eine Anthologie von persönlichen Geschichten.
An diesem Abend werden Justyna Fijałkowska und Heinrich von der Haar sozusagen aus ihren Leben lesen. Dabei geht es nicht zwingend um Biografien, sondern um Verarbeitung der eigenen Erfahrungen.

Die beiden Perspektiven unterscheiden sich nicht nur durch die Herkunft, sondern auch durch die Generationen: Justyna, Jahrgang 1978 ist in Toruń geboren, Heinrich von der Haar, 1948 im Münsterland.

Aber vielleicht unterscheiden sich die Perspektiven von Kindern auch garnicht so sehr. Wir sind gespannt, werden darüber diskutieren und laden herzlich ein, mitzudiskutieren.

Wann? 05.12.2019, 19 Uhr
Wo? Restaurant „Zum Fliegenden Holländer“, Benkertstr. 5 (im Herzen des Holländerviertels), 14467 Potsdam.