Deutsch-polnische Gespräche im Oktober in Potsdam

Matschke

Das deutsch-polnische Schulbuch ist ein Herzensprojekt unseres Gastes am 7. Oktober 2021. Prof. Dr. Igor Kąkolewski war Projektleiter in dieser Sache auf polnischer Seite. Der Historiker ist außerordentlicher Professor an der Ermländisch-Masurischen Universität in Olsztyn (Allenstein) und seit 2014 stellvertretender Direktor, seit September 2018 Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Über seine Perspektive auf Geschichte, sein Engagement und seine Erfahrungen in Sachen polnisch-deutsches Geschichtsbuch diskutieren wir mit ihm und laden herzlich dazu ein.

Wann: 07.10.2021, 19 Uhr

Wo? Potsdam, Galerie Café Matschke, Alleestr. 8, 14469 Potsdam sowie, bei bis zum 06.10.21, 19 Uhr, Anmeldung, online per Zoom.

Bitte beachten: Für die Veranstaltung in Potsdam gilt die 2-G-Regel (geimpft/genesen)

Ein Wochenende der Begegnungen – Sąsiedzi: aus Nachbarschaft wird Freundschaft

Im Unterschied zu vielen anderen deutsch-polnischen Vereinen lebt die

Gruppenbild vor historischer Kulisse
Gruppenbild vor historischer Kulisse des Schlosses Cecilienhof

Hälfte der Mitglieder der GdpN-Sąsiedzi auch in Polen, sodass persönliche Begegnungen immer eine besondere Herausforderung sind: seien es die Terminfindung, die Unterbringung oder natürlich auch finanzielle Aspekte. Nach der langen coronabedingten Auszeit, die nur durch zwei Kajaktouren in Polen unterbrochen werden konnte, entwickelte sich bei unseren Poznańer Mitgliedern das starke Bedürfnis, die Mitglieder in Potsdam und Umgebung endlich wieder zu treffen, gemeinsam aktiv zu sein und miteinander zu reden. Dieser Wunsch wurde von der Potsdamer Seite freudig begrüßt und wir machten uns daran, ein vielseitiges Programm für das Wochenende Mitte September zusammenzustellen.

Eine gute Gelegenheit bot dabei das Sommerfest der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V. in Potsdam am Freitag. Ein bunter Mix an Menschen und ein interessantes Programm, angereichert durch tollen Kuchen, leckeres Essen und diverse Getränke, zu haben für einen schmalen Taler, erwarteten uns. Es bot unseren polnischen Mitgliedern die Möglichkeit, Offizielles und öffentliches Feiern hier in Deutschland hautnah zu erleben. Für Polinnen und Polen sicher ungewöhnlich war das lockere Auftreten unseres Potsdamer Oberbürgermeisters Mike Schuber. In Polen wäre da sicher vieles sehr viel formeller.

eBike-Stopp vor dem Brandenburger Landtag
eBike-Stopp vor dem Brandenburger Landtag

Für den Samstag war eine Radtour geplant, die sportliches Tun mit kulturellen und historischen Themen kombinierte. Ausgestattet mit hilfreichen E-Bikes starteten wir am S-Bahnhof Griebnitzsee und erkundeten zunächst die Potsdamer Innenstadt. Anschließend radelten wir durch den Park Sanssouci, den Uferweg am Jungfernsee entlang und durch den Neuen Garten. Über die geschichtsträchtige Glienicker Brücke gelangten wir nach Berlin, wo wir der Havel bis zum Wannsee folgten. Dort machten wir Halt vor dem ‚Haus der Wannsee-Konferenz‘, zu dessen Besuch leider diesmal die Zeit fehlte. Die mittlerweile erforderliche Pause machten wir bei in der Nähe wohnenden Mitgliedern, die für unsere Gruppe ein reichhaltiges Mittagessen vorbereitet hatten.

So gestärkt ging es weiter, diesmal auf den Spuren einer anderen

Früherer Grenzkontrollpunkt Dreilinden
Früherer Grenzkontrollpunkt Dreilinden

Geschichte. Wir fuhren auf der ehemaligen Trasse der alten Transitautobahn, die inzwischen von viel Grün überwachsen ist. Am früheren Grenzkontrollpunkt Dreilinden existieren noch manche Überreste aus der Zeit der 50er und 60er Jahre, und daher war es besonders für unsere polnischen Gäste beeindruckend, eine ganz alte Grenzkontrollstelle noch erahnen zu können.

Abendlicher Besuch im Club der Polnischen Versager
Abendlicher Besuch im Club der Polnischen Versager

Nach rund 37 km auf dem Tagestacho kamen wir in Griebnitzsee an. Die Tour war lang gewesen und das Wetter eher mäßig, aber unsere Gruppe war noch voller Energie. Also verabredeten wir uns sofort für den Abend. Denn da stand auf besonderen Wunsch der Besuch des ‚Clubs der polnischen Versager‘ an. Begrüßt von Adam

Abendlicher Besuch im Club der Polnischen Versager_Musik
Abendlicher Besuch im Club der Polnischen Versager

Gusowski, einem Mitbegründer des CPV,

konnten unsere Gäste die besondere Atmosphäre dieses Ortes erleben. Gleichzeitig konnten sie sich aber auch über die Probleme informieren, die es mit sich bringt, diese für die deutsch-polnische Community so wichtige Begegnungsstätte zu erhalten.

Die Begrüßung
Die Begrüßung in Fichtenwalde

Am Sonntag öffnete ein weiteres Vereinsmitglied in Beelitz/Fichtenwalde für unsere Gruppe die Türen. Wieder wurden wir aufs Beste mit Speisen und Getränken aller Art versorgt. Sogar ein befreundeter Grillspezialist aus der Nachbarschaft eilte herbei, um uns mit seinen Künsten zu erfreuen.

Alle Teilnehmenden waren begeistert. Eine deutsch-polnische Begegnung

Zu Gast bei Freunden in Fichtenwalde_2
Lebhafter Austausch bei Freunden in Fichtenwalde

zwischen Freunden, Bekannten oder aber auch sich neu kennenlernenden Menschen. Die Bande sind nun noch intensiver, auch deswegen, weil ein Teil unserer polnischen Gäste in Privatquartieren deutscher Mitglieder unterkam.

Gerade diese persönlichen Begegnungen, das Kennenlernen unterschiedlicher Sichtweisen und die problemlose Möglichkeit, auch schwierige politische Fragen zu besprechen, machte dieses Wochenende besonders und macht auch die Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi besonders, wenn nicht sogar einzigartig.

Zu Gast bei Freunden in Fichtenwalde
Zu Gast bei Freunden in Fichtenwalde

Und wer sich nun die Frage stellt, ob die unterschiedlichen Sprachen in irgendeiner Weise Hindernisse waren: Nein! Denn es gibt immer Menschen, die die Nachbarsprache so weit beherrschen, dass sie auch den anderen ein gutes Verständnis ermöglichen können und sie am Dialog teilhaben lassen. Und nicht zuletzt hilft auch der gute Wille, andere zu verstehen.

Wir können also rückblickend sagen: Die Konzeptidee der GdpN-Sąsiedzi ist genau die richtige gewesen. Wir können stolz und zufrieden sein und freuen uns auf zahlreiche weitere Begegnungen.

 

Christian Schmidt

Das Dedecius-Zitat des Monats

Bildquelle

(Bildquelle: Heide Fest ©)

Im Dedecius-Jahr 2021 veröffentlichen wir jeden Monat ein Zitat von Karl Dedecius.

 

„Die Literatur eines Volkes ist ein Fenster, aus dem dieses Volk den Fremden ansieht […].“

 

 

(Quelle: Karl Dedecius „Vom Übersetzen“, Frankfurt am Main 1986, S. 13)

Das Dedecius-Zitat des Monats ist eine Initiative der GdpN-Sąsiedzi in Kooperation mit der Dedecius-Stiftung. Alles zum Dedecius-Jahr ist auf der Seite der Dedecius-Stiftung zu finden.

Informationen zu dem großen, nicht nur literarischen Brückenbauer sind hier nachzulesen.

In der Podcast-Reihe „Mit Polen auf Du und Du“ beschäftigt sich die Folge 25 mit Dedecius. Über ihre Erfahrungen mit Karl Dedecius erzählen darin Dr. Ilona Czechowska (Dedicius-Stiftung), Manfred Mack (Deutsches Polen-Institut) und Natasha Stelmaszyk (Universität Siegen), die alle unterschiedliche Zugänge zu ihm hatten.

Zu finden ist dieser Podcast auf Spotify, Apple Podcast, podcast.de und auch auf dieser Internetseite.

Deutsch-polnische Gespräche am 9. September in Potsdam und online

Matschke

Etwas verspätet finden am 9. September die monatlichen deutsch-polnischen Gespräche statt. Zu Gast ist  Iwona Pasieka-Göpfert. Mit ihr blicken wir auf ihre Erfahrungen auf das deutsch-polnische Verhältnis und die Einordnung in Europa. Ihr Studium führte sie von Krakau über Heidelberg, Dublin und nach Wien. Später konnte sie umfangreiche Erfahrungen in bei der Europäischen Kommission sammeln, zuerst im Generalsekretariat der Europäischen Kommission, im Transparenzreferat und dann im Vorfeld der polnischen EU-Ratspräsidentschaft war sie im Referat zuständig für die Beziehungen mit dem Rat.
Seit einiger Zeit ist sie nun für agit Polska in Berlin tätig und koordiniert das Unterstützungsprojekt für polnische Migrantinnen PolMotion.

Wo? (Achtung: Neuer Ort)
Matschkes Galerie Café, Alleestr, 10, 14469 Potsdam
(Tram-/Bushaltestelle in der Nähe: Reiterweg/Alleestraße)

Wann? 09.09.2021, 19 Uhr

Um Anmeldung wir unter der Mailadresse christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org gebeten.

 

Deutsch-polnische Gespräche live in Potsdam und online am 5. August

Im August machen wir weiter mit interessanten Gästen bei unseren deutsch-polnischen Gesprächen. Nach langer Zeit nun wieder live vor Ort im Potsdamer Restaurant „Augustiner“.

Zu Gast ist Grzegorz Szymanowski. Der junge Journalist ist in Szczecin geboren. Er hat in Warschau, Berlin, München und Moskau Politikwissenschaft studiert und  bei Thomson Reuters in Warschau gearbeitet sowie u.a. für Tygodnik Powszechny aus Russland und Deutschland berichtet. Er hat bei der Deutschen Welle volontiert und arbeitet dort seit März 2021 u.a. in der polnischen Redaktion.

Intensiv hat er sich im Rahmen seiner Recherchen mit den polnischen und osteuropäischen Saisonarbeiter beschäftigt. Über sich und die Lage der Saisonarbeiter sprechen wir mit ihm.

Wir laden herzlich ein, zuzuhören und mitzudiskutieren.

Wann? 05.08.2021, 19 Uhr

Wo? Restaurant „Augustiner“, Mittelstr. 18 und online per Zoom.

Wir bitten um vorherige Anmeldungen, Spontanentschlossene sind jedoch auch willkommen. Allerdings könnte die Teilnehmeranzahl coronabedingt begrenzt sein.

Alle Anmeldungen bitte an christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org (Zugangsdaten für die Zoom-Sitzung werden dann zugeschickt).

 

Deutsch-polnische Gespräche in Potsdam am 1. Juli 2021 offline

Die Pandemie macht eine Pause. Sie forderte von uns, dass wir uns nicht mehr persönlich treffen. Unsere deutsch-polnischen Gespräche verlagerten sich ins Internet. Aber Online-Veranstaltungen verlaufen anders als Veranstaltungen, bei denen man sich direkt trifft. Die Kommunikation ist auf das Wesentlichste beschränkt, die vielen Nebengespräche finden nicht statt. Diese machen aber Gespräche lebendig.

Der Bedarf jedoch besteht, sich mal wieder persönlich zu treffen und sich zu unterhalten. Bei den deutsch-polnischen Gesprächen natürlich auch über Polen.

Aus diesem Grund werden wir am 1. Juli 2021, um 19 Uhr, uns die Möglichkeit geben, sich persönlich zu treffen und zu diskutieren. Christian Schmidt wird aber dabei auch über seine letzte Reise nach Poznań und Warschau berichten, die durch intensive Gespräche geprägt war.
Der Ort in Potsdam steht noch nicht fest. Wir laden selbstverständlich gerne auch Interessierte ein. Wer interessiert ist, der/die möge bitte eine Mail an christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org senden.

Sich online zuzuschalten wäre ggf. auch möglich, aber nicht in der Qualität wie wir es von früher gewohnt sind.

Voraussichtlich im August werden wir die deutsch-polnischen Gespräche wieder hybrid durchführen. Natürlich ist das alles abhängig davon, ab die Pandemie-Pause anhält und die Bedingungen gut sind.

Deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag

Die Unterzeichner des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags vom 17. Juni 1991 waren vom Gedanken der Verständigung und Versöhnung zwischen unseren beiden Völkern geleitet. Sie hatten die Vision eines vereinten und freien Europas, dass durch Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bestimmt wird. Sie setzten auf ein wachsendes Vertrauen zwischen Polen und Deutschen sowohl im privaten als auch im politischen Bereich.

Für die Polinnen und Polen, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die Rechtlosigkeit der deutschen Besatzungszeit durchlitten, haben und für die Deutschen, die das darauffolgende Unrecht der Vertreibung ertragen mussten, war es schwer „die leidvollen Kapitel der Vergangenheit abzuschließen“. Es gab zu viele offene Wunden.

Wunden können nur heilen, wenn die erlebte furchtbare Geschichte durch neue gute Erfahrungen und neue Geschichten des Miteinanders zwischen Polen und Deutschen allmählich in den Hintergrund treten kann.  Aus dieser Position  heraus mahnt sie uns als Menschen des 21. Jahrhunderts, nie wieder Hass und Feindschaft zwischen unseren Völkern zuzulassen.

Der Kulturaustausch zwischen Polen und Deutschen, die vielfältigen Begegnungen zwischen polnischen und deutschen Jugendlichen, die das deutsch-polnische Jugendwerk ermöglicht hat, haben zur „Stärkung des Vertrauens zwischen beiden Ländern“ beigetragen. Aus meiner persönlichen Erfahrung hatten diese Begegnungen einen ganz besonderen Charakter, der sie von denen mit westeuropäischen Ländern positiv abhob. Die Rückmeldungen deutscher Schülerinnen und Schüler waren von einer nachhaltigen Begeisterung für Polen und seine Menschen getragen.

Jedes Land hat das Recht sein „Schicksal frei und ohne äußere Einmischung zu bestimmen“ (Zitat aus dem Nachbarschaftsvertrag). Der polnische Wunsch nach Souveränität, der nach den polnischen Teilungen erst 1918  für einundzwanzig Jahre und dann erst wieder 1990 verwirklicht wurde,  macht Vorbehalte für die Übernahme von Bestimmungen durch die Europäische Union verständlich. Es ist auch nachvollziehbar, wenn polnische Politiker eine Bevormundung durch Deutschland befürchten. Dass diese Ängste so tief sitzen und auch von großen Teilen der Bevölkerung geteilt werden, macht betroffen. Es zeigt, dass Vertrauen nur mit der Zeit wachsen kann. Allerdings muss das Wachsen auch zugelassen werden. Das kann nur geschehen, wenn ein kleines wachsendes Pflänzchen auch gepflegt wird.

In den vielen privaten Begegnungen, die die Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi ermöglicht, kann wirkliche polnisch-deutsche Freundschaft erfahren werden. Über alles kann offen und frei gesprochen werden, wenn das Grundvertrauen zueinander vorhanden ist.

Der Nachbarschaftsvertrag war ein Anfang, dem viele gemeinsame politische, humanitäre, gesellschaftliche Projekte folgten. Er ist der Anfang eines Weges, der viele Ziele aber kein Ende haben darf.

Wilmar Thiemann

Deutsch-polnische Gespräche online am 3. Juni

Nicht das erste Mal ist Wolfgang Templin unser Gast bei den deutsch-polnischen Gesprächen, die leider immer noch nur online stattfinden müssen. Der ehemalige DDR-Oppositionelle und ehemalige Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Warschau hat schon zu Zeiten in der DDR-Opposition eine enge Verbindung nach Polen. In den letzten Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Zwischenkriegszeit in Polen. Wir möchten dieses Mal wieder dorthin schauen und überlegen, welche Verbindungen es zwischen damals und heute existieren.

Wann? 03.06.2021, 19 Uhr

Wo? Online per Zoom (keine Übertragung auf Facebook oder Youtube)

Anmeldungen bitte nur über christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org

 

Deutsch-polnische Gespräche online am 6. Mai 2021

Nachdem wir vor einiger Zeit den in Polen lebenden Soziologen und Historiker Prof. Klaus Bachmann und seine Perspektiven auf Polen und die Gesellschaft  kennengelernt haben, werden wir am kommenden Donnerstag, Dr. Mateusz Fałkowski kennenlernen. Auch er ist Historiker und Soziologe und lebt ebenfalls in Warschau. Mateusz Fałkowski ist nunmehr stellvertretender Direktor des Pilecki-Instituts in Berlin. In seiner akademischen Laufbahn beschäftigte er sich insbesondere mit der Geschichte und Theorie sozialer Bewegungen.  Die Solidarność-Bewegung in Polen stand besonders im Fokus seiner Aufmerksamkeit aber auch die gegenseitige Wahrnehmung von Polen, Deutschland und Frankreich in der erweiterten EU.

Wir möchten mit ihm über ihn, seine Perspektiven und seine Arbeit sprechen und laden gerne ein, zuzuhören und mitzudiskutieren.

Wann? 06.05.2021, 19 Uhr

Wo? online auf Zoom

Die Veranstaltung findet auch deutsch statt. Die Zugangsdaten erhält man ausschließlich per Mai von christian.schmidt@gdpn-sasiedzi.org

 

Mitgliederversammlung 2021 – Rückblick und Veränderungen im Vorstand

Logo GdpN

Am 10. April 2021 führte die GdpN-Sąsiedzi e.V. ihre jährliche Mitgliederversammlung durch. Da in der ersten pandemischen Welle 2020 die Mitgliederversammlung nicht stattfinden konnte, wir aber in der Zeit viel Erfahrungen mit Onlinekonferenzen sammeln konnten, haben wir die diesjährige Versammlung online durchgeführt. So hatten dieses Mal auch Mitglieder die Möglichkeit teilzunehmen, denen es wegen der Entfernung sonst nur schwer möglich gewesen wäre. So waren Mitglieder aus Poznań (Posen), Wrocław (Breslau) und Wilhelmshaven dabei.
Auch wenn uns Zoom-Videokonferenzen wenigstens die Möglichkeit des audio-visuellen Kontaktes geben, so ersetzen sie nicht die persönlichen Begegnungen. Alle Teilnehmer drückten ihr Bedauern aus, dass wir uns nicht treffen können und haben die Erwartung, das schnell nachzuholen, wenn es wieder sicher möglich ist.

Das Veranstaltungsportfolio hat sich im letzten Jahr natürlich sehr eingeschränkt. Während wir im Jahr 2019 noch viele Ausflüge und Begegnungen in Polen und Deutschland organisiert haben, so blieben im Jahr 2020 lediglich drei übrig. Noch vor der Pandemie haben wir mit anderen Partnern einen polnischen Abend in Potsdam organisiert, an dem der Oppelner Schriftsteller Tomasz Różycki aus seinen Werken las und akke danach anständig feierten.  Ebenfalls noch vor der Pandemie war ich zu Gast in einer Schule im Warschauer Vorort Konstancin-Jeziorno. Mit tatkräftiger Unterstützung der Deutschen Botschaft erzählte eine Mitarbeiterin der Botschaft und ich über Berufe und Deutschland.

Eine letzte persönliche Begegnung war im August auf dem Wasser möglich. Organisiert von unserem Vorstandsmitglied aus Poznań, Zbyszek Barbaś fuhren wir ein Wochenende lang mit Kajaks auf der Obra bei Międzyrzecz. Der Großteil der insgesamt 42  Mitmachenden waren Polinnen und Polen aus Wielkopolska. Toll war das gemeinsame Handeln und gegenseitige Helfen, denn die Strecke war nicht so ganz einfach und ohne gegenseitige Hilfe wäre die Bewältigung der Strecke wirklich schwierig gewesen. So aber halfen die Polen denn Deutschen und umgekehrt.
In der Pandemiezeit zeigte sich aber, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, das Anliegen des Vereins fortzuführen.
Zum einen haben wir Ende des Jahres, zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Brandenburg und dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt, eine hybride Veranstaltung zum Thema „Deutsch-polnische Städtepartnerschaften“ organisiert und durchgeführt.
Zum Anderen ging es mit den deutsch-polnischen Gesprächen weiter, nunmehr online per Zoom. Hier konnte man, wie immer, verschiedene Perspektiven über Polen von interessanten Gästen kennenlernen und mit ihnen diskutieren. In den daraus entstandenen Podcast-Folgen der Reihe „Mit Polen auf Du und Du“ besteht die Möglichkeit, sich die wesentlichen Aussagen der Gäste nachzuhören.

Wir alle hoffen, dass es bald möglich ist, außerhalb des Digitalen wieder aktiv zu werden.

Das waren ein paar Auszüge des Rechenschaftsberichts.

Der alte Vorstand wurde durch die anwesenden Mitglieder entlastet und ein neuer Vorstand einstimmig gewählt.

Der Vorstand sieht nun wie folgt aus:

Vorsitzender: Christian Schmidt,
stv. Vorsitzender: Matthias Horn,
Schatzmeisterin: Renate Rode,
Beisitzer. Jarosław Górski,
Beisitzer: Zbigniew Barbaś,
Beisitzer. Wilmar Thiemann.

Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre im Vorstand und freue mich ebenso auf die Arbeit und Entwicklung der Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft – Sąsiedzi e.V. und Zusammenarbeitsformen mit anderen Personen und Organisationen.

Christian Schmidt